Craniosacralbehandlung

Raum schaffen für Gesundes

Die Craniosacraltherapie zeichnet sich durch sanfte Berührungen aus, die zu tiefer Entspannung und innerer Stille führen. Die Qualität der Berührung ist lauschend, damit sich das System auf seine Art zeigen kann. Die Orte der Berührung sind vor allem Handpositionen an Kopf (Cranium) und Kreuzbein (Sacrum) der Zentralverbindung des Nervensystems.

Die Behandlung selbst findet in ruhiger Atmosphäre statt, meist in Rückenlage und über der Kleidung. Zu Beginn sind drei Sitzungen im Wochenabstand zu empfehlen; die Abstände der weiteren Behandlungen können individuell abgestimmt werden.

Spezielle Behandlungen

Rund um die Geburt | Kinderbehandlung

Die Geburt ist ein einmaliges Ereignis während dessen große Kräfte wirksam sind.
Bei dem Weg durch den Geburtskanal werden die Schädelknochen des Babys physiologisch über einander geschoben. Durch Saugen und Schreien des Neugeborenen entfalten sie sich langsam wieder in den ersten Lebenstagen und -wochen. Durch die Craniosacraltherapie kann dieser Prozess sanft unterstützt werden und dem Kind so die Selbstregulation erleichtern.

Aufgrund schwieriger Geburtsprozesse, in denen dem Kind durch Medikamente, Zange, Saugglocke, Kaiserschnitt oder andere Maßnahmen ans Licht der Welt geholfen werden musste, müssen zusätzliche Einflüsse vom Kind ausgeglichen werden.

Möglicherweise stehen dem Baby dann nicht genügend freie Kräfte zur Verfügung, welche in Spannungen des Schädels, des Nackens, in einer nicht vollendeten Drehung oder in der Schrägstellung der oberen Halswirbel gebunden sein können. Die Eltern beobachten dann, dass das Kind eine „Lieblingsseite“ hat und sich oftmals nach hinten oder schräg überstreckt. Auch Schlaf- und Verdauungsprobleme so wie vermehrter Speichelfluss können Anzeichen solcher nicht aufgelöster Geburtsdynamiken sein. Je nach Ausprägung der beschriebenen Symptome wird von Schiefhals oder KISS-Syndrom gesprochen.

Das Baby wird versuchen, diese Spannungen aufzulösen und sich selbst zu regulieren. Es verlangt dann zum Beispiel öfter nach der Brust und saugt stärker oder es hat Phasen, in denen es vermehrt schreit. Manchmal können die Beeinträchtigungen so groß und die Kräfte so gebunden sein, dass das Baby zu schwach zum Saugen und Schreien ist. Gerade dann braucht es Unterstützung, damit die Kräfte sich lösen und wieder zur Verfügung stehen können.

Mit der Craniosacraltherapie nach dem Breath-of-Life wird es den innewohnenden selbstregulierenden Kräften des Babys ermöglicht, die Geburtsdynamiken und Spannungen zu lösen. Durch sanfte Berührungen an Rücken, Kreuzbein, Beinen und Köpfchen werden sie mobilisiert und stehen dem Baby für die nächsten Entwicklungsschritte wieder zur Verfügung.

Die Prozesse sind so individuell, wie die Kinder selbst. Erfahrungsgemäß sind nach einer bis drei Behandlungen deutliche Veränderungen zu bemerken. Weitere Behandlungen, so wie der Abstand der Termine werden gemeinsam mit den Eltern nach deren Beobachtungen koordiniert.

Als sehr unterstützend hat es sich erwiesen, die Behandlungen der Babys mit Behandlungen der Mutter zu kombinieren. Die Erholung und Entspannung der Mutter wirkt sich unmittelbar auf das Kind aus, so wie auch umgekehrt.
Die Eltern und die gesamte Familie sind wichtige Unterstützer des Entwicklungsprozesses, indem sie das Baby beim Regulieren begleiten und unterstützen und auch schwierige Übergänge ermöglichen und halten. Auch für diesen gemeinsamen, systemischen Prozess findet sich rund um die Behandlung des Babys Raum und Erfahrungsmöglichkeit. Die Familiendynamik kann sich so verändern und entspannen.

Es ist günstig Babys so früh als möglich zu behandeln, zum einen um es ihnen zu erleichtern im Leben anzukommen, zum anderen weil sie die Behandlung besser tolerieren als Kleinkinder. Die selbstregulierenden Kräfte können mittels Craniosacraltherapie jedoch auch bei Kleinkindern, Jugendlichen und Erwachsene mobilisiert werden und auch dann noch Geburtsdynamiken auflösen.
Konnten Babys die inneren Spannungen nicht in ausreichendem Maße regulieren, kann sich das im Kleinkinderalter in Entwicklungsverzögerungen, Bewegungs- oder Koordinationsstörungen zeigen. Bei Schulkindern werden Leistungsprobleme, Lernschwierigkeiten und ADS als mögliche Folgen beschrieben. Weitere Indikationen sind: Sehschwierigkeiten, Kopfweh, chronische Ohrenentzündungen, Atem- und Kreislaufprobleme, emotionale Unausgeglichenheit bis hin zur Depression, Folgen von Unfällen oder Begleitung der Zahnregulierung.

Selbstregulation des Nervensystems

Normalerweise kann unser Nervensystem sich selbst regulieren und flexibel wechseln zwischen Anspannung (Sympathikus) und Entspannung (Parasympathikus). In länger andauernden Zeiten von Belastung und/oder emotionalem Stress, in denen zudem wenige Möglichkeiten zum Entspannen bestehen, kann es allerdings überreizt werden. Wir fühlen uns dann angespannt, innerlich unruhig, unter Druck, oder kommen schnell an unsere Grenzen. Gleichzeitig können wir Erschöpfung und Reizbarkeit spüren, womöglich zeigen sich Schlafstörungen, Geräuschempfindlichkeit und Schmerzen. Das Nervensystem hat in diesem Zustand seine natürliche Fähigkeit verloren, sich selbst zu regulieren. Diese kann es in der Craniosacraltherapie wieder gewinnen. In der Stille erinnert sich das Nervensystem, wie sich Loslassen und Auftanken anfühlen. Im Kontakt zu den eigenen Ressourcen kann es sich erholen und regenerieren und dies in der Folge wieder eigenständig im Alltag verfügbar haben. Dies äußert sich in einem ausgeglichenen Lebensgefühl, in dem unsere Lebenskräfte zur Verfügung stehen und wir uns den Herausforderungen des Lebens gewachsen fühlen können.

Umgang mit chronischem Schmerz

Die dem Schmerz innewohnende Tendenz zur Wahrnehmungseinengung wird in der Craniosacraltherapie unterbrochen. Durch den Kontakt mit dem Gesunden in uns und einer wertungsfreien, wohlwollenden Beobachtung kommt es zur Fokuserweiterung, die durch die Wahrnehmung des stets gleichzeitig vorhandenen Potenzials an Lebenskraft wieder möglich wird. Auch diese Zustände werden vom System wieder erinnert oder neu gelernt. Die Ausschließlichkeit des Schmerzempfindens verändert sich hin zu einem "Sowohl-als-auch", in dem neben Schmerz und Spannung auch Wohlgefühl und Entspannung erlebbar werden.

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